{"id":1165,"date":"2019-09-01T12:55:10","date_gmt":"2019-09-01T12:55:10","guid":{"rendered":"http:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=1165"},"modified":"2019-09-01T12:55:11","modified_gmt":"2019-09-01T12:55:11","slug":"hagelkreuz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=1165","title":{"rendered":"Hagelkreuz"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist das herausragendste der Denkm\u00e4ler Kirchhellens durch Alter, Gestaltung und Lage.<\/p>\n\n\n\n<p>Alter: 1668 ist es unter dem Eindruck eines verheerenden Hagelunwetters, das nicht nur Kirchhellen, sondern auch die Umgegend heimgesucht hat, durch die damaligen Besitzer des adeligen Gutes Brabeck, Johann Theodor von Brabeck und Adelheid Katharina Dobbe, errichtet worden.<br>Gestaltung: Es handelt sich um eine m\u00e4chtige, auffallende Kreuzigungsgruppe. Das Kreuz selbst ist 5,20 m hoch und steht mit Maria und Johannes auf einem etwa einen Meter hohen Feldsteinsockel. Der k\u00fcnstlerische Wert wird nicht hoch eingesch\u00e4tzt. In \u201eDie Kunstdenkm\u00e4ler des Landkreises Recklinghausen . . .\u201c von 1929 hei\u00dft es hierzu: \u201eDer Korpus stammt aus neuerer Zeit. Die Seitenfiguren sind primitive Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert.\u201c<br>Lage: In unmittelbarer N\u00e4he der Kreuzigungsgruppe befindet sich mit 75,4 m die h\u00f6chste Erhebung Kirchhellens. Die baumbestandene Gruppe ist daher weithin sichtbar. Das Kreuz selbst befindet sich an der Stra\u00dfe &#8222;Am Hagelkreuz&#8220; im Ortsteil Overhagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Inschrift mit Namen und einer frommen Mahnung soll auf dem linken Arm des Querbalkens des alten Kreuzes eingeschlagen gewesen sein, sei jedoch infolge Verwitterung v\u00f6llig verwischt gewesen. 1925 habe der damalige Besitzer von Haus Brabeck, Graf Wolff Metternich, das Kreuz aufarbeiten lassen. Die Inschrift wurde dann in eine Platte eingemei\u00dfelt, die unter den F\u00fc\u00dfen des Gekreuzigten ihren Platz fand. Sie lautet:<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\">JOHANNES THEODORVS A BRABEK ET<br>\nADELHEIT KATARINE DOBBE<br>\nPOSVERVNT<br>\nGEDNEK AHN CHRISTI TOTT LEIDEN<br>\nVND STERBEN VND BITT VOR OBEN<br>\nBESCHRIEBENE VON BRABECK VND<br>\nDEREN ERBEN<\/p>\n\n\n\n<p>Die durch ihre Gr\u00f6\u00dfe hervorstechenden Buchstaben ergeben das Jahr der Errichtung D D D C L V V V I I I (1668). Nach der Errichtung setzte unter dem frischen Eindruck des Ungl\u00fccks bald eine starke Verehrung ein. Auch ein Hagelfeiertag wurde angesetzt, und zwar der Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag. In feierlicher Prozession zog man singend und betend zum neuen Heiligtum in der offenen Flur. Doch nicht nur aus Kirchhellen, auch aus umliegenden Kirchspielen, so aus Gladbeck, Bottrop und Dorsten, wallfahrtete man an diesem Tag zum Hagelkreuz. Diese Sitte kam in Fortfall. Wann die letzte Hagelfeier stattfand, ist nicht \u00fcberliefert und nicht aktenkundig. Weil auch die gro\u00dfe Feldprozession sowie die Karfreitagsprozession das Hagelkreuz ber\u00fchrten, hat man wahrscheinlich die Hagelprozession im Laufe der Zeit fallen lassen. Auch eine Stiftung, die mit der Hagelfeier verbunden war, die Verabreichung von sogenannten Hagelbroten an den Pfarrer und den K\u00fcster zu Kirchhellen, wurde Anfang 1840 abgel\u00f6st. Nach der Stiftung hatten die Bauernschaften Kirchhellens abwechselnd dem Pfarrer f\u00fcnf, dem K\u00fcster zehn Brote zu liefern. Diese Leistung wurde in eine Kornernte umgewandelt. Diesen alten Brauch nimmt eine h\u00e4mische Leserzuschrift aus dem Jahre 1848 an das Wochenblatt in Recklinghausen auf\u2019s Korn. Es hei\u00dft dort u.a.: \u201eDoch, du guter Bauer, st\u00f6re dich nicht daran und bringe den Armen, wie fr\u00fcher, lieber deine Hagelfeierbrote, w\u00e4hrend du es jetzt mit Geld abmachen musstest. \u201c \u2013 Demnach waren offenbar alle Pfarreingesessenen gehalten (verpflichtet?), zum Hagelfeiertag den Armen Brot zu spenden.<br> Au\u00dfer der Inschriftentafel befand sich am Kreuz das Doppelwappen des Ehepaares Brabeck, n\u00e4mlich die drei Wolfsangeln der Brabeck sowie das f\u00fcnfspeichige Rad der Dobbe.<br>Die Sandsteinfiguren haben dem zerst\u00f6renden Einfluss der Zeit nicht standgehalten, weder der bereits erneuerte Korpus noch die Seitenfiguren. Diese sind heute nur noch Schemen ihrer selbst. Der alte (bereits einmal erneuerte) Korpus drohte abzust\u00fcrzen. Daher wurde er abgenommen und 1971 durch einen Gekreuzigten in Polyester von Gottfried Kappen ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg sind noch einige Male Karfreitagsprozessionen zum Hagelkreuz erfolgt. Sp\u00e4ter wurde das Hagelkreuz nur noch alle zwei Jahre von der gro\u00dfen Feldprozession besucht. Die Statuen und Inschriftentafeln sind aufgrund der Verwitterungssch\u00e4den ersetzt worden. Die Originale befinden sich in der St.-Johannes-Kirche Kirchhellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1017\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/historisches-kirchhellen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/00800-Hagelkreuz-1017x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1169\" srcset=\"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/00800-Hagelkreuz-1017x1024.jpg 1017w, https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/00800-Hagelkreuz-150x150.jpg 150w, https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/00800-Hagelkreuz-298x300.jpg 298w, https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/00800-Hagelkreuz-768x773.jpg 768w, https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/00800-Hagelkreuz.jpg 1542w\" sizes=\"auto, (max-width: 1017px) 100vw, 1017px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Textquelle: abge\u00e4ndert nach Schriftenreihe Nr. 19 des Vereins f\u00fcr Orts- und Heimatkunde Kirchhellen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist das herausragendste der Denkm\u00e4ler Kirchhellens durch Alter, Gestaltung und Lage. 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