{"id":130,"date":"2019-05-15T17:34:36","date_gmt":"2019-05-15T17:34:36","guid":{"rendered":"http:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=130"},"modified":"2019-09-22T17:10:59","modified_gmt":"2019-09-22T17:10:59","slug":"alter-postweg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=130","title":{"rendered":"Alter Postweg"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"javascript:;\"><\/a>Eine der zwei historischen Stra\u00dfen Kirchhellens ist der Alte Postweg. <\/p>\n\n\n\n<p>Er soll eine vorgeschichtliche Fernhandelsstra\u00dfe, eine R\u00f6merstra\u00dfe, eine mittelalterliche Heer- und Handelsstra\u00dfe sowie eine Poststra\u00dfe gewesen sein. Doch bisher unterliegt lediglich die &#8222;Poststra\u00dfe&#8220; keinem Zweifel.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6lner Sendboten, die den L\u00fcbecker Hansetag besuchten, haben bereits 1553 den Alten Postweg benutzt. In der Aufz\u00e4hlung der Orte ist Kirchhellen namentlich genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>1649 bereiste der Kardinal Fabio Chigi, der nachmalige Papst Alexander VII., mit der \u201eFahrenden Post\u201c auf seiner Fahrt von M\u00fcnster nach Aachen den Alten Postweg. Er erlebte die b\u00f6se \u00dcberraschung, dass die Zisterzienserinnen in Sterkrade ihm und seinem Gefolge f\u00fcr die Nacht keine Unterkunft gew\u00e4hrten. Dies spielte sich au\u00dferhalb Kirchhellens, wenn auch nahe der Grenze ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bremische Syndikus Dr. Wachmann erw\u00e4hnt in seinem Reisebuch, dass er auf seiner Reise zum Pfalzgraf von Neuburg und zur\u00fcck im Jahre 1665 Kirchhellen ber\u00fchrt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>1763 hat der Vestische Postmeister Rive \u201emit einigen blasenden Postillionen und einer Eskadron D\u00f6rstenschen Sch\u00fctzen\u201c den F\u00fcrstbischof Clemens August an der Station Blotekamp (Hof Blotenkamp\/Wienert) auf seiner Fahrt nach M\u00fcnster empfangen. Der gegen\u00fcber liegende alte Ziehbrunnen weist in der steinernen Einfassung die Jahreszahl 1723 auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Goethe passierte den Alten Postweg in der Postkutsche am 6. Dezember. Er hatte an der missgl\u00fcckten alliierten \u201eKampagne in Frankreich\u201c teilgenommen, hatte Friedrich Wilhelm Jacobi (Philosoph, 1743-1819) in<br>D\u00fcsseldorf besucht und war auf dem Wege nach M\u00fcnster zur F\u00fcrstin von Gallitzin und ihrem Kreis. Der Alte Postweg ist ihm in unguter Erinnerung geblieben. Denn er schreibt: \u201eIch sollte (&#8230;) bei schrecklichem Weg und Wetter mich wieder in die wilde w\u00fcste Welt hinauswagen (&#8230;)\u201c, und \u201e (&#8230;) denn auf der Fahrt von mancherlei Hindernissen aufgehalten, gelangte ich erst tief in der Nacht zur Stadt\u201c (M\u00fcnster). Dort hat er die Nacht auf einem Stuhl zubringen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Haltestellen der Post befinden sich auf Kirchhellener Gebiet bei H\u00f6tten (damals Liesenklas) und bei Blotenkamp. Blotenkamp, so schreibt Karl Wessels in der Kirchhellener Volkszeitung vom 8.4.1927, soll Stallungen f\u00fcr 60 Pferde gehabt haben. Eine regelm\u00e4\u00dfige Personenpost wird auf dem Alten Postweg seit 1665 vermutet, die nach zeitweiliger Unterbrechung 1679 wieder eingerichtet wurde. 1853 hat man die alte Route, den Alten Postweg, verlassen und die Stra\u00dfe Dorsten-Bottrop, die heutige L 623, die durch das Dorf Kirchhellen f\u00fchrte, benutzt. Ausgebaut wurde die neue Poststra\u00dfe allerdings erst 1846\/47.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Textquelle: abge\u00e4ndert nach Schriftenreihe Nr. 18 des Vereins f\u00fcr Orts- und Heimatkunde Kirchhellen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der zwei historischen Stra\u00dfen Kirchhellens ist der Alte Postweg. 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