{"id":22529,"date":"2023-11-22T00:54:46","date_gmt":"2023-11-21T22:54:46","guid":{"rendered":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=22529"},"modified":"2023-11-22T00:54:48","modified_gmt":"2023-11-21T22:54:48","slug":"der-teufel-auf-dem-frohnenhof","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=22529","title":{"rendered":"Der Teufel auf dem Frohnenhof"},"content":{"rendered":"\n<p><em>niedergeschrieben von Johannes Rottmann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Auf dem Frohnenhof spukte es. Unter der Kellertreppe hatte sich der Teufel in der Gestalt des Groten Jann eingenistet und trieb dort und von dort aus sein teuflisches Unwesen. Nicht nur, dass seine st\u00e4ndige Anwesenheit und sein diabolisches Treiben den Bewohnern des Hofes unertr\u00e4glich wurden, auch die Nachbarschaft hatte von den Bosheiten des Groten Jann schon bald einiges am eigenen Leibe erfahren. Die Bev\u00f6lkerung entsetzte sich und schrie nach einem Geistlichen, der den Teufel bannen sollte. So kam der Pastor von Kirchhellen, damit er den Teufel austreibe. Doch dieser wusste \u2014 es m\u00fcsste kein Teufel sein \u2014 um eine winzige Verfehlung des Pastors. Dieser hatte n\u00e4mlich im Kirchenbusch einen dicken Haselnussstecken abgeschnitten, ohne hierzu die Genehmigung vom Kirchenvorstand erhalten zu haben. Des Pastors Entgegnung, er habe auf dem Haselnuss-St\u00fcmpfen ein Zweipfennig-St\u00fcck als Bezahlung niedergelegt, erkannt der Teufel als l\u00fcgnerische Schutzbehauptung, die die Position des Pastors noch mehr schw\u00e4chte. Somit hatte der Pastor keine Macht \u00fcber ihn. Den ihm liebgewordenen Platz auf dem Frohnenhof verlie\u00df der Teufel daher nicht. Der Pastor musste traurig unverrichteterdinge wieder ins Pfarrhaus zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Die T\u00fccken des Teufes, sein zerst\u00f6rerisches Tun wurden nach dem Misserfolg des Pastors noch \u00e4rger. Die Leute schrien noch lauter nach einer Erl\u00f6sung vom Groten Jann. Daraufhin bestellte man einen Pater aus dem Franziskaner-Kloster in Dorsten. Dieser vermochte es, den Teufel so in die Enge zu treiben, dass er sich verpflichtete, vom Frohnenhof zu weichen und im Kirchenbusch sein Asyl zu nehmen. Eine Bedingung stellte er: Man m\u00fcsse ihm gestatten, zum Frohnenhof zur\u00fcckzukehren. Der Pater stimmte unter der Einschr\u00e4nkung zu, dass der Teufel sich dem Frohnenhof in jedem Jahr nur um einen Hahnenschritt n\u00e4hern d\u00fcrfe. Der Teufel stimmte schnell zu, hatte jedoch kaum bedacht, dass bis zum Erreichen seines alten, ihm liebgewordenen Quartiers einige hundert Jahre vergehen w\u00fcrden. Und der Pater hatte diese lange Zeitspanne wohl vorausgesehen. Wer wei\u00df, meinte er, ob bis dahin nicht die Macht des Teufels gebrochen oder ihm ein anderer Platz als der Frohnenhof lieber geworden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Die betroffenen Nachbarn schlie\u00dfen die M\u00f6glichkeit nicht aus, dass der Teufel auf seinem R\u00fcckweg zum Frohnenhof ihre Besitzungen ber\u00fchrt und \u2014 was Gott verh\u00fcten m\u00f6ge! \u2014 davon, wenn auch nur vor\u00fcbergehend, Besitz ergreift. Noch um die Jahrhundertwende sagte einer, der sicherlich zu tief ins Glas geschaut hatte, zu seiner Nachbarin: \u201cZette, we\u00dfe, de Grote Jann ess all be us an\u2019n Gaen.\u201d Und wie hei\u00dft es im Sprichwort: \u201cKinner un besoppene L\u00f6e s\u00e4tt de Worheit.\u2018\u2019<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\"><em>aus: Schriftenreihe Nr. 6 des Vereins f\u00fcr Orts- und Heimatkunde Kirchhellen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>niedergeschrieben von Johannes Rottmann Auf dem Frohnenhof spukte es. 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