{"id":22551,"date":"2023-11-22T00:55:15","date_gmt":"2023-11-21T22:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=22551"},"modified":"2023-11-22T00:55:17","modified_gmt":"2023-11-21T22:55:17","slug":"die-moenchskuhle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=22551","title":{"rendered":"Die M\u00f6nchskuhle"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Peter Wessels, Dorsten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">In einsamer Heide am <a href=\"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=130\" data-type=\"page\" data-id=\"130\">Alten Postweg<\/a> von Dorsten nach Sterkrade liegt inmitten dunkler Tannen ein Heidekolk. Dann und wann wirft der Wind zerrissene Signale des Verkehrs von der Kirchhellener Chaussee \u00fcbers Heideland. Sonst tiefe Stille ringsum. Nur selten steigt ein einsamer Wanderer, der fern vom Getriebe des Alltags in der stillen Natur eine Feierstunde der Seele sucht, hier hinauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Nicht mehr mahlen die Bauernwagen durch den Heidesand, um eine Fuhre zur Flachskuhle zu bringen wie ehedem. Die Zeit des Flachsbaues und seiner Verarbeitung ist vorbei; aber die Sage von dem stillen Heidekolk, die damals die M\u00e4dchen am surrenden Spinnrad erz\u00e4hlten, kennt das Volk heute noch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Vor vielen hundert Jahren stand in der N\u00e4he des Alten Postweges ein Kloster. Die M\u00f6nche, die in Betrachtung und Gebet Gott dienten, waren weit und breit bekannt. War in den Kirchen der Umgegend ein Geistlicher zur Aushilfe n\u00f6tig, waren sie zur Stelle. Und es waren Sonntage, die das Volk nicht verga\u00df, wenn ein Pater aus dem Kloster des stillen Heidelandes die Sonntagspredigt hielt. Frohe Stunden verlebten die Bauern von Ekelo und Schwiking, wenn die M\u00f6nche auf ihren abgelegenen H\u00f6fen zu Gast waren oder zur Kollekte erschienen. Doch  unheimlich und bang war es ihnen, wenn sie den Ertrag der Kollekten an der Klosterpforte abgaben und von den stillen Bewohnern durch die R\u00e4ume des Klosters gef\u00fchrt wurden. Unheimlich wars dem n\u00e4chtlichen Wanderer, der bei Vollmond am Klostergeb\u00e4ude vorbei seines Weges zog, unheimlich dem Postkutscher, wenn er am Klosterhof anhielt, um Briefe zu empfangen oder Bestellungen auszurichten. Unheimlich wars den Kaufleuten, die im Planwagen das Kaufmannsgut vor\u00fcberf\u00fchrten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Warum? Das wusste so recht keiner. Zwar wollte mancher Geheimnisvolles vom Heidekloster und von seinen Bewohnern wissen; doch offen auszusprechen wagte dies niemand. Dem Kloster aber wurde ein schreckliches Ende. In einer Sommernacht, als ein schweres Gewitter \u00fcber die Heide ging, fuhr es mit seinen Insassen in den Abgrund. Dort, wo es gestanden, bildete sich ein Kolk, den wir heute noch sehen, \u2014 die M\u00f6nchskuhle.<\/p>\n\n\n\n<p><em>aus: Gladbecker Bl\u00e4tter 1933<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Anmerkung:<\/span><br>Zahlreiche Kirchhellener kennen die M\u00f6nchskuhle nicht. Sie ist ein Hochmoor \u2014 gleich dem Kletterpoth \u2014 und liegt im \u00e4u\u00dfersten Norden der Gemeinde s\u00fcdlich des bereits auf Dorstener Gebiet befindlichen Campingplatzes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Wessels, Dorsten In einsamer Heide am Alten Postweg von Dorsten nach Sterkrade liegt inmitten dunkler Tannen ein Heidekolk. Dann und wann wirft der &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-22551","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22551"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22551\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22561,"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/22551\/revisions\/22561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}