{"id":22553,"date":"2023-11-22T00:56:42","date_gmt":"2023-11-21T22:56:42","guid":{"rendered":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=22553"},"modified":"2023-11-22T00:56:45","modified_gmt":"2023-11-21T22:56:45","slug":"hedmaennken","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/historisches-kirchhellen.de\/?page_id=22553","title":{"rendered":"Hedm\u00e4nnken"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mitgeteilt von Wilhelm M\u00f6ller<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Et was emol &#8217;n M\u00e4nnken, de d\u00e4r inne Hei \u00f6mmer Hed maihn. do seggen se \u00f6mmer Hedm\u00e4nnken f\u00f6 em. Do kam es emol &#8217;n Hexe an em vob\u00e4 un reip fifmol &#8222;Hedm\u00e4nnken&#8220;. Do kam Hedm\u00e4nnken achter \u00f6hr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">De Hexe was nech bange und schleig em ene met\u2019n Kn\u00fcppel op den Kopp. De Hexe woet \u00f6mmer no giftiger un stock Hedm\u00e4nnken in\u2019n Sack un droeg em \u00f6mmer widder wegg. Anlessen wo se \u00f6mmer meuer un kam an\u2019&#8217;n Buen Hus. Se ging herin un woll\u2019n bettken etten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">De Knechte un M\u00e4gde w\u00e4rn ant Backholt haun. Do reip det Hedm\u00e4nnken ut&#8217;n Sack: &#8222;Mak gitt me lo\u00df!&#8220; Se kam\u2019n fots un mecken em lo\u00df. He leip drapp wier weg inne Hei un maihn wier Hed. In de Tid, as Hedm\u00e4nnken in&#8217;ne Hei leip, dern de Knechte Backholt in&#8217;n Sack. As de Hexe wegg woll gohn, so sagg se unnerweggs: &#8222;Hedm\u00e4nnken, kas noch so hatt trampeln, Ioskomm\u2019n d\u00e4u\u2019se doch nech.&#8220; As se te Hus was gekomm\u00b4n, ha se Backholt in\u2019n Sack gehatt, un se was ums\u00fcs gegohn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Dono ha se gedacht, es wier in de Hei gohn, do es he seckers. As se dor was gekomm\u2019n, war Hedm\u00e4nnken do wier gewessen. Se hat em wier in&#8217;n Sack gestopt un was wier an det Hus gekommen. Do w\u00e4rn de Knecht un M\u00e4gde an\u2019t Kohln harinscheppen gewessen. Do hat Hedm\u00e4nnken wier geraupen: &#8222;Makt gitt me lo\u00df.&#8220; Se h\u00e4rn em lo\u00df gemakt, un Hedm\u00e4nnken war wier in de Hei gelopen un hat Hed gemaiht. In de Tid, as Hedm\u00e4nnken wegg gelopen, h\u00e4rn se Kohln in\u2019n Sack gedohn. As de Hexe wegg gegohn war, ha se unnerweggs gesaggt: &#8222;Mak do ok noch so schwoer, harut k\u00f6mmse doch nech.&#8220; As se de Hus was ankommen, hase Kohln in&#8217;n Sack gehat, un de Reise was wier ums\u00fcs gemakt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Se wass wier inne Hei gegohn un hat Hedm\u00e4nnken wier in\u00b4n Sack stopt. Me se hat d\u00fcrgeholln met\u2019t Lopen bis de Hus. As se de Hus was ankomm, hat se Hedm\u00e4nnken noch in\u2019n Sack gehat. Se hat sofoets en Pott vull Olge doen un ha denn Pott unnern Schoesten gehang\u2019n un hat de Olge heete gemakt. Se hat Hedm\u00e4nnken unnen stohn geloten un ha gesaggt: &#8222;Ick goh eam op\u2019n Dak.&#8220; Hedm\u00e4nnken ha det gehott un ha sick lo\u00dfgegemakt un was ehr op den Dank gewessen as de stiewe Hexe. As de Hexe det van unnen sog, reip se: &#8222;&#8218;Hedm\u00e4nnken, lot es eam &#8217;n Strick herunter. Ick hang me dran, un du mo\u00df me herobtrecken.\u201d \u2014 As de Hexe bold boam war gewesen, hat Hedm\u00e4nnken geraupen: &#8222;O, ick kann nech me trecken!&#8220;, un he leit lo\u00df, un de Hexe w\u00e4s inn\u2019n Pott gefallen un ha sick verbrannt. So ha de Hexe nicks van \u00f6hr Loepen un Daun gegehatt un Hedm\u00e4nnken was wier free.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Hedm\u00e4nnken<\/h4>\n\n\n\n<p><em>nacherz\u00e4hlt von Johannes Rottmann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Es war einmal ein kleiner Mann, welcher stets in der damals noch weiten Schwarzen Heide das Heidekraut m\u00e4hte. Dieses wurde als Stallstreu anstelle des knappen Strohs gebraucht. Da kam eines Tages eine Hexe an ihm vor\u00fcber, welche f\u00fcnfmal boshaft beschimpfend &#8222;Hedm\u00e4nnken!&#8220; rief. Da st\u00fcrmte der kleine Mann erz\u00fcrnt auf sie zu, um sie zu schlagen. Doch die Hexe hatte keine Angst und schlug ihn mit einem Stecken. Hedm\u00e4nnchen wehrte sich. Dar\u00fcber wurde die Hexe noch erboster und steckt ihn in einen Sack und trug ihn fort. Sie wurde von dem langen Weg m\u00fcde, kam zu einem Bauernhaus und ging hinein, um sich auszuruhen und sich zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Der Sack, in dem Hedm\u00e4nnchen steckte, blieb drau\u00dfen. Die Knechte und M\u00e4gde des Hofes waren dabei, Holz zu Scheiten f\u00fcr den gro\u00dfen Backofen zu spalten und zu stapeln. Da rief Hedm\u00e4nnchen: &#8222;Mak gitt me loss!&#8220; Die erstaunten Leute banden den Sack los und lie\u00dfen Hedm\u00e4nnchen frei. Dieser lief so schnell er konnte in seine Heide zur\u00fcck und m\u00e4hte weiter, Die Knechte und M\u00e4gde f\u00fcllten derweil den Sack der Hexe mit dem Backholz. Als die Hexe ihren Weg fortsetzte, setzte sich das im Sack befindliche Holz. Die Hexe sagte: &#8222;Hedm\u00e4nnken, du ka\u00df noch so trampeln un strampeln, los k\u00f6mms du nech!&#8220; Als sie zu Hause angekommen war, erfuhr sie, dass sie betrogen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Die Hexe ging erneut in die Schwarze Heide, um Hedm\u00e4nnchen zu entf\u00fchren. Sie traf ihn bei der Arbeit an, griff ihn unbemerkt von hinten und steckte ihn in ihren Sack. Wieder hielt sie an dem Bauernhause Rast. Diesmal waren die Knechte und M\u00e4gde dabei, Kohlen einzuschaufeln. Als Hedm\u00e4nnchen dies merkte, bat er laut, ihm zu helfen. Dies geschah umgehend, und Hedm\u00e4nnchen lief wieder eilig in seine Heide. Die Knechte und M\u00e4gde f\u00fcllten diesmal den Sack der Hexe mit Kohlen. Als die Hexe nach der Ruhepause den Sack schulterte, schien er ihr sehr schwer zu sein. Darauf sagte sie zu ihrer vermeintlichen lebenden Last: &#8222;Du ka\u00df de noch so schwor maken, herut k\u00f6mms du doch nech.&#8220; Zu Hause angekommen, erfuhr sie wieder, dass ihre Beute entwischt war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">Ein drittes Mal ging die Hexe in die Heide, um Hedm\u00e4nnchen zu fangen. Dies gelang ihr. Auf dem Heimweg nahm sie keinen Aufenthalt in dem Bauernhause, sondern ging schnurstracks zu ihrem Hause. Sie fand Hedm\u00e4nnchen in ihrem Sack noch vor, und keiner konnte ihm diesmal helfen. Sofort begann die Hexe damit, einen gro\u00dfen Kessel mit \u00d6l in ihrem Herdfeuer zu erhitzen, um Hedm\u00e4nnchen darin zu sieden. Doch da merkte sie, dass der Schornstein nicht zog. Sie wollte aufs Dach steigen, um den Schaden zu beheben. Hedm\u00e4nnchen sollte w\u00e4hrenddessen unten stehen bleiben. Doch dieser ersah f\u00fcr sich eine g\u00fcnstige Gelegenheit. Er selbst stieg blitzschnell aufs Dach noch bevor die steife alte Hexe zum Aufsteigen angesetzt hatte. Als die Hexe das sah, rief sie: &#8222;Hedm\u00e4nnken, lot den Strick herunter, ick hang me dran, un du moss me heroptrecken.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify\">So geschah es. Als die Hexe fast oben war, rief Hedm\u00e4nnchen: &#8222;Ick kann den Strick nech me hollen&#8220;, und lie\u00df ihn los. Da fiel die Hexe in das siedende \u00d6l, was hoch aufspritzte, und sie verbrannte j\u00e4mmerlich. Das war der Lohn f\u00fcr all das, was sie Hedm\u00e4nnchen angetan hatte und antun wollte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>aus: Schriftenreihe Nr. 6 des Vereins f\u00fcr Orts- und Heimatkunde Kirchhellen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mitgeteilt von Wilhelm M\u00f6ller Et was emol &#8217;n M\u00e4nnken, de d\u00e4r inne Hei \u00f6mmer Hed maihn. do seggen se \u00f6mmer Hedm\u00e4nnken f\u00f6 em. 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